Partnerschaft in der Entwicklungszusammenarbeit:
Interview mit einem Projektträger vor Ort

Hatsdong Douangsimma ist General Manager der German Lao Association for Development (GLAD), einer laotischen NGO. GLAD arbeitet erfolgreich mit Partnern wie z.B. Brot für die Welt, der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ), der Rosa Luxemburg Stiftung, Childaid Network, der Stiftung Nord-Süd Brücken und den Schmitz-Stiftungen zusammen. Im Gespräch mit dem Projektservice International erläutert Hatsdong, was aus der Sicht eines Projektträgers vor Ort  Partnerschaft ausmacht. 

Was heißt aus Ihrer Sicht „Partnerschaft“ in der Entwicklungszusammenarbeit?
Für uns ist wichtig, dass wir ein echtes Interesse an unseren Zielen spüren und ein angemessenes Verständnis für unsere kulturellen Rahmenbedingungen. Partnerschaft erleben wir besonders, wenn Geduld da ist, um vorhandene Unzulänglichkeiten gemeinsam durchzustehen und die Bereitschaft, partizipativ gute Lösungen zu finden.

Können Sie uns Begebenheiten schildern, in denen Sie Partnerschaftlichkeit ganz konkret erlebt haben?
Aber natürlich. Einmal wurde das von uns beantragte Dorftrinkwassersystem nach einem Zeitraum von 12 Monaten genehmigt – nun war es jedoch schon von einem anderen Geber finanziert! Ohne eine Neubeantragung konnten wir die bereitgestellten Gelder für den Ausbau der Dorfgrundschule umwidmen, der zweiten Priorität der Dorfgemeinschaft. Diese Bereitschaft, auf die veränderten Verhältnisse einzugehen, empfanden wir als sehr partnerschaftlich.

Was würden Sie einem Geber raten, der sich neu in einem (Süd-) Partnerland engagiert und dem es wichtig ist, partnerschaftlich zu arbeiten?
Fragen wie: „Was möchte ich fördern? Welche Ziele möchte ich mit meinem Engagement erreichen?“ sind natürlich wichtig. Manchmal verhindern sie aber  auch den Zugang zu den dringlichsten Problemfeldern. Man kann stattdessen auch fragen:  „Was wird in diesem Land und von diesen Menschen konkret benötigt?“. Mit der einfachen Frage: „Wo drückt der Schuh?“ entsteht eher ein an den Bedürfnissen der Menschen orientierter Förderrahmen. Oft sind die Herausforderungen auch zu vielschichtig, um an einem vorgefassten Förderwunsch („Ich möchte nur Kinder fördern“) festzuhalten. Neben dem anvisierten Förderziel sollte ein größerer Handlungsrahmen vorgesehen werden, um in der Projektimplementierung sinnvoll reagieren zu können.

Worauf sollte man bei einem Besuch im (Süd-) Partnerland achten – haben Sie einige Tipps für einen Geber?
Oft erwarten die Geber, nur Positives zu sehen. Die Partner werden diesen Vorstellungen durch die Besuchsvorbereitung entsprechen – es sei denn, es kommen von vornherein eindeutig andere Signale. Wichtig ist es, von Geberseite zu vermitteln, dass es für alle Beteiligten besser ist, Probleme eindeutig zu benennen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.